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Asclepiadaceae
(Seidenpflanzen- /Schwalbenwurzgewächse) |
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Die
Asclepiadaceae R.Br. ist mit etwa 240 Gattungen und rund 3.400 Arten eine
recht umfangreiche Pflanzenfamilie. Treffender müßte es wohl heißen,
war eine recht umfangreiche Pflanzenfamilie, denn aufgrund der
Ergebnisse neuerer molekularer Untersuchungen löste man sie im Jahre
2000 auf. Ihre Unterfamilien wurden in die nahe verwandte botanische
Familie Apocynaceae
(Hundsgiftgewächse) eingegliedert.

Robert Brown
(21.12.1773-10.06.1858)
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Blütenbiologische Charakteristika
sprechen jedoch nach wie vor stark für die vom schottischen Botaniker
Robert Brown 1810 herbeigeführte
Trennung von den Apocynaceen. Dies ist auch der Grund, warum
Asclepiadaceae von vielen Wissenschaftlern und ernsthaften Hobby-Sammlern weiterhin als eigenständige Familie behandelt wird.
Bei
den Asclepiadaceen - von Liebhabern dieser sehr formenreichen
Pflanzenfamilie kurz Ascleps genannt - handelt es sich um Kräuter,
Kletterpflanzen und Sträucher, vereinzelt auch um Bäume, die einen
klaren oder weißen, z.T. kleberigen Milchsaft enthalten. Die meist gegenständig
angeordneten Blätter variieren von gut entwickelt bis sehr stark zurückgebildet
(Dornen). |
Als
Zierpflanzen kultiviert werden in erster Linie die i.w.S. sukkulenten
Vertreter der Asclepiadaceen, die zusammen etwa 61 Gattungen mit etwa
1.000 Arten und Unterarten umfassen.
In Sammlerkreisen begehrt sind
vor allem die stammsukkulenten Asclepiadaceen, die
"Aasblumen"
oder Stapelieen, wie z.B. Caralluma, Echidnopsis, Edithcolea,
Huernia,
Orbea und
Stapelia, von denen einige von kaktusähnlichem Habitus sind (z.B. Hoodia
und Tavaresia), die spektakulären "Leuchterblumen"
(Ceropegien) mit ihren oft meterlangen, dickfleischigen Ranken und nicht zuletzt die prächtigen
"Wachsblumen" (Hoya), von denen die meisten epiphytisch wachsen.
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Eine wahres Kunstwerk
der Natur - die Blüte einer "Leuchterblume" (Ceropegia haygarthii).
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Edithcolea grandis gehört zu den "Aasblumen".
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Viele der mehr oder
weniger blattsukkulenten Hoyas gedeihen besonders gut im Zimmer, was
wohl nicht zuletzt dazu geführt haben dürfte, daß sie zu den in
Kultur am meisten verbreitetsten Asclepiadaceen gehören.
Wer kennt nicht die wüchsige, zauberhaft blühende Wachs-
oder Porzellanblume Hoya carnosa?
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Hoya carnosa, die wohl weltweit als Zimmerpflanze
verbreitetste "Wachs- oder Porzellanblume".
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Hoya lanceolata ssp. bella ist
ebenfalls aufgrund ihrer Anspruchs-
losigkeit sehr häufig in Kultur
anzutreffen. |
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Einige Asclepiadaceen sind jedoch nicht oder nicht nur als
Zierpflanzen hoch interessant, sondern finden wegen ihrer heilenden
Inhaltsstoffe in der traditionellen Medizin schon lange Anwendung.
Hierzu
gehören u.a. Arten der Gattung
Asclepias. So werden
z.B. die getrockneten und pulverisierten
Blätter von Asclepias fruticosa und Asclepias
physocarpa geschnupft und sollen gegen Kopfschmerzen
helfen.
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Links im Bild Namenspatron Asklepios, griech.
Gott der Heilkunde.
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Die
bekannteste "Arzneipflanze" unter den Asclepiadaceen dürfte
gegenwärtig wohl
die kaktusähnliche
Hoodia-Pflanze aus den Trockengebieten des südlichen Afrika sein. Sie
enthält die appetitzügelnde Substanz P57. Pharmaunternehmen
haben hieraus ein appetithemmendes Medikament entwickelt. Hoodia-Diätpillen könnten das erste weltweit
bedeutsame Arzneimittel werden, das von einer
südafrikanischen Pflanze stammt. Eine neue Hoffnung für alle Übergewichtigen!
Der
Name Asclepiadaceae ist im übrigen auf die Gattung Asclepias
zurückzuführen, die wiederum zu Ehren von Äsculapius (auch
Asklepios oder Asclepius), dem griechischen Gott der Heilkunde benannt wurde.
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Besondere Beachtung verdienen die zumeist außergewöhnlichen
Blüten
der Asclepiadaceen. Sie gehören zu den komplexesten im gesamten
Pflanzenreich, wie anhand der folgenden Abbildung zu ersehen ist
<hier klicken>. Man nennt sie daher auch Orchideen der
Dicotyledonen, der Zweikeimblättrigen Pflanzen.
Insbesondere die Ceropegien und die hochsukkulenten Stapelieen
sind aufgrund ihrer oft kunstvollen Blüten wahre Kleinode einer jeden
Liebhabersammlung. Letztere trotz ihres häufig unangenehmen Duftes,
der bei vielen Arten mehr oder weniger intensiv an verwesendes Fleisch
erinnert, worauf sich auch der deutsche Name "Aasblumen"
bezieht. Vom penetranten Geruch werden Bestäuberinsekten, vor allem
Fliegen, in großer Anzahl angelockt.
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Die
"Schlankmacherin"
Hoodia gordonii.
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Die
Blüten der meisten Asclepiadaceen (hier die Innenansicht einer Blüte
von Orbea variegata var. triscula) gehören zu den komplexesten
im gesamten Pflanzenreich.
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Asclepiadaceen sind weltweit verbreitet, kommen jedoch überwiegend in
tropischen und subtropischen Gebieten vor. Eine einzige Art, Vincetoxicum
hirundinaria (= Cynanchum
vincetoxicum), die Schwalbenwurz, ist auch in wärmeren Gebieten Mitteleuropas
heimisch.
Weitere Informationen über Seidenpflanzengewächse finden Sie in der
freien Enzyklopie
Wikipedia.
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Empfehlenswerte Literatur:
Albers,
Focke und Meve, Ulli (Hrsg.), 2002, Sukkulentenlexikon, Band 3,
Asclepiadaceae (Seidenpflanzengewächse), Eugen Ulmer
Verlag, Stuttgart
Eggli, Urs, 1994, Sukkulenten, Eugen Ulmer
Verlag,
Stuttgart
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